Home »
Kontakt »
Impressum »
 
Ein Service von
Dr. Pandalis
Naturprodukte
www.pandalis.de
 
copyright ©
2003-2006
Dr. Pandalis
das aktuelle Thema
 
03 / 2006
 
Sauna – sinnvolle Schwitzkur oder modische Fleischbeschau?

Oft werden wir von Leserinnen und Lesern gefragt: Ist Sauna urheimisch? Nutzt sie unserer Gesundheit? Oder ist sie nur ein teurer Zeitvertreib? Wir haben recherchiert und Experten befragt – und sind dabei auf ganz erstaunliche Fakten gestoßen. Hier ist unsere Stellungnahme:

Sauna historisch
Der Gedanke, sich mit anderen nackten Menschen in eine höllisch heiße Holzkabine zu setzen und sich austrocknen zu lassen, mag für Sauna-Unkundige befremdlich erscheinen. Für echte Saunafans gibt es nichts Schöneres, Gesünderes, Entspannenderes. Das Schwitzbad ist keineswegs eine Erfindung wodkatrinkender und birkenrutenschwingender Finnen. Schon die alten Germanen rollten vor 2000 Jahren Felsbrocken in Erdgruben, deckten sie mit Holz ab und heizten sich zwischen den Steinen mächtig ein. Das Bedürfnis, ins Schwitzen zu kommen, ohne sich dabei sonderlich anstrengen zu müssen, hat es offenbar immer gegeben. Ein Saunabesuch um das Jahr 1000 n. Chr. herum zeigt keinen allzu großen Unterschied zu den gefliesten Wellnesstempeln unserer Tage. Der jüdische Mediziner Ibrahim-ibn-Jakub beschrieb ihn damals so: In dem Bau sind Gefäße mit Wasser, woraus sie nun Wasser auf den glühenden Herd gießen, so daß der Dampf aufsteigt. Jeder hat einen Bund Heu in der Hand, womit er die Luft bewegt und an seinen Leib treibt. Dann öffnen sich die Poren und das Überflüssige vom Körper kommt heraus und läuft in Strömen von ihnen ab, so daß an keinem von ihnen mehr eine Spur von Ausschlag oder Geschwulst zu sehen ist.
 
Das ganze Mittelalter hindurch gehörte das Badehaus zum Alltag. Schwitzen und sich gründlich zu reinigen war eine Selbstverständlichkeit – wenn auch nicht ganz billig. Interessant: das, was wir heute Trinkgeld nennen, hieß damals Badgeld. Es wurde für niedere Dienste bezahlt, so daß auch Arme die Möglichkeit erhielten, das Badehaus zu besuchen. Ihre eigentliche Blütezeit erlebte die Badehauskultur zwischen 1300 und 1600. Die Schwitzbäder boten inzwischen einen Rundum-Service an: Rasur, Körperenthaarung, Aderlaß, Wundheilung und Zähneziehen, kleine chirurgische Eingriffe, Essen und Trinken, Musik und Tanz. Im ausgehenden 16. Jahrhundert war die Zeit der Badehäuser dann sehr plötzlich vorbei. Dafür gab es zwei Gründe: erstens wurde in Mitteleuropa das Holz knapp; die Pachtpreise für Badehäuser schnellten nach oben, weil jetzt wegen der Feuergefahr Steingebäude vorgeschrieben waren. Der zweite Grund: die Badehäuser wurden zunehmend aus erotischen Gründen aufgesucht. In großen warmen, gemischtgeschlechtlichen Wannen wurden ohne Umschweife schnelle und direkte Bekanntschaften geschlossen. Manche Badehäuser waren kaum mehr als schlecht getarnte Bordelle. Die Folge: Geschlechtskrankheiten. Die Syphilis begann ihren Siegeszug, die Badehäuser wurden geschlossen. Die Zeit der Dreckspatzen, die Puder und Schminke statt Wasser und Hitze benutzten, brach an. Parallel dazu nahm das Gesundheitsbewußtsein in der Bevölkerung rapide ab. Das Schwitzbad geriet in Vergessenheit. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte das Schwitzbad bei uns eine Wiederauferstehung. Zu Recht?

Sauna urheimisch ?
Aus urheimischer Sicht ist das „Schwitzen ohne Anstrengung, bei 90°C“, das Saunieren, nicht zu empfehlen. Der „gesündeste“ Schweiß ist für uns derjenige, der bei körperlicher Anstrengung, zum Beispiel bei intensiver Gartenarbeit, entsteht. Schwitzen bei hohen Temperaturen, ohne sich bewegen zu müssen, birgt die Gefahr einer Überwärmung von Körperteilen, die von Natur aus kühl bleiben sollen: z.B. Augen, Haare, Hoden. Apropos Hoden: Wen wundert`s, daß die Geburtenrate in der Bundesrepublik seit Generationen rückläufig ist.
 
 
   
 
 
« zurück « nach oben