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klug + reich = gesund?
Sogenannte sozialepidemiologische Längsschnittstudien offenbaren Erstaunliches: nicht diejenigen, die unmäßig rauchen, trinken und essen, bringen sich vorzeitig ins Grab, sondern diejenigen, die arm und dumm sind. Angeblich soll der soziale Status die wichtigste einzelne Einflußgröße für die Lebenserwartung sein. Am stärksten sind die Unterschiede in Ländern mit großer sozialer „Bandbreite“ wie den USA. Doch selbst in der gemütlichen wohlhabenden Schweiz beträgt der Unterschied in der Lebenserwartung zwischen einfachem Arbeiter und Top Manager im Durchschnitt über 4 Jahre. Typische gesundheitliche Probleme der sozialen Kellerkinder: Bluthochdruck, Diabetes, Gefäßkrankheiten, chronische Bronchitis, orthopädische Probleme und Abhängigkeitserkrankungen. Dafür sind die klugen Reichen anfälliger für Magen-, Darmund Nierenkrankheiten.
Wir ärgern uns über solche Schwarzweißmalerei. Die Studien vernachlässigen nämlich die Tatsache, daß reich und klug sowie arm und dumm nicht zwangsläufig gekoppelt sind. Niemand wird bestreiten, dass es jede Menge wohlhabender Menschen gibt, deren Horizont knapp hinter der eigenen Nasenspitze endet. Und genau so gibt es – glücklicherweise - diejenigen mit klugen Köpfen und leeren Taschen. Einkommen und Bildung gehen nun einmal nicht parallel Hand in Hand. Da besteht weiterer, differenzierterer Forschungsbedarf!
(In Anlehnung an einen Beitrag in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift, 37/06)
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