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Chemisch isolierte Mikronährstoffe machen krank
Dr. Georgios Pandalis im Interview mit Urheimische Notizen
(Geschäftsführer von Dr. Pandalis Naturprodukte und Dr. Pandalis
Urheimische Medizin sowie Dozent der Leibniz Universität Hannover)
Dr. Pandalis, schon
vor rund zehn Jahren zeigten große Studien, daß von der Einnahme von
Antioxidantien – zum Beispiel Vitamin A, C, E oder Betakarotin – zur
Vorbeugung von Herzkreislauf- Erkrankungen oder Krebs dringend abzuraten
ist. Ist das heute gesichertes Wissen?
Ja. Gerade hat wieder eine Studie bei knapp 40.000 Frauen („Iowa Women‘s
Health Study“) gezeigt, daß Nahrungsergänzungsmittel und spezielle
Vitaminsupplemente (Multivitamine; Vitamine A, B, C, D, E; Folsäure;
Vitamin-B-Komplexe; Magnesium, Kupfer, Eisen und anderes) praktisch
keine gesundheitsfördernden Effekte haben. Im Gegenteil: Es zeigt sich
sogar eine Zunahme der Sterblichkeit bei den Verwenderinnen
(Studiendauer 25 Jahre).
Warum haben solche Erkenntnisse keine praktischen Konsequenzen?
Der Hintergrund ist historisch zu verstehen. Der Antioxidantien- Irrtum
ist begründet von dem Wunsch vieler Menschen, mit möglichst einfachen
Bildern die moderne Welt zu verstehen. „Aggressive Sauerstoff-Radikale“
sollen durch sogenannte „Antioxidantien“ unschädlich gemacht werden, so
die hierzu passende Dauerbotschaft des Vitamin-Kartells. Zudem war es in
vergangenen Jahrzehnten rechtlich zulässig, unseren Lebensmitteln zum
Beispiel Vitalstoff-Verarmung vorzuwerfen. Chemisch isolierte
Vitaminpräparate sollten diesen Mangel ausgleichen, nach dem Motto
„Ergänzen, was fehlt“. Nur: Keinem Menschen der Welt fehlt zum Beispiel
isoliertes Vitamin C! Im Gegenteil: Der Verzehr solcher Chemikalien
kann, und dies zeigen die neueren Studien, natürliche Regelkreise des
Körpers empfindlich stören und so zur Entstehung von Krankheiten
beitragen. Die unheilige Allianz der verschiedenen Profiteure treibt die
Menschen also zunehmend in Abhängigkeit und Krankheit. Den für
Lebensmittel zuständigen Behörden ist es im übrigen egal, ob ein Apfel,
ein Kürbis oder isoliertes Vitamin C oder Beta-Carotin verkauft wird –
was für ein fataler Irrtum.
Dies haben Sie aber doch schon vor Jahrzehnten betont. Was ist heute anders?
Schon zu Beginn unserer Forschungsarbeiten zu natürlichen
Mikronährstoffen aus Pflanzen konnten wir und andere die gesundheitlich
vorteilhaften Wirkungen auf Mensch und Tier klar beobachten. Schon lange
ist auch deutlich, daß synthetische (chemisch isolierte, künstlich
hergestellte) Vitamine eine andere Bioverfügbarkeit, biologische
Aktivität (Wirkung) oder Giftigkeit haben, als Vitamine aus natürlichen
Quellen im natürlichen Verbund. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse werden
urheimische Nahrungsergänzungen nur aus gesunden urheimischen Pflanzen
hergestellt. In den letzten zehn Jahren wurde dann zunehmend klar, daß
diese Entscheidung mehr als richtig war: Fast die gesamte Wissenschaft
stimmt heute zu, daß die Mikronährstoff- Supplemente aus den
Chemieküchen der Großindustrie, wie erwähnt, gesundheitsschädigend und
lebensverkürzend wirken. Also genau das Gegenteil von natürlichen
Produkten tun.
Welche gesundheitspolitischen Konsequenzen ergeben sich aus dieser Entwicklung?
Da Millionen von Menschen weiterhin zum Schaden ihrer Gesundheit
tagtäglich zum Beispiel Vitamin- und Mineralstoff- Ergänzungspräparate
verwenden, sollte der Staat seine gesetzlich verankerten Schutzpflichten
ohne Zögern und Zaudern wahrnehmen. Und die Mehrzahl der Präparate
verbieten, wie wir und andere Verbraucherschützer fordern.
Welche Konsequenzen ergeben sich für Verbraucherinnen und Verbraucher?
Grundsätzlich sollten diese auf die Einnahme von chemischsynthetischen
Mikronährstoff-Präparaten verzichten. Und sie sollten vor allem auch
ihre Kinder davon verschonen. Eine vollwertige, obst- und gemüsereiche
Ernährung, möglichst mit Bioprodukten, ist bedeutsam für Pflege und
Erhalt der Gesundheit. Werden Nahrungsergänzungsmittel nötig, sollten
diese in ihrem Naturzusammenhang belassen sein. Leider sind solche
Präparate kaum auf dem Markt vorhanden. Ich befürchte, abgesehen von
unseren Produkten gibt es nur wenige Alternativen, wenn überhaupt.
Dr. Pandalis, vielen Dank für die Informationen und Einschätzungen! (Mursu J et al., Archives of Internal Medicine, 2011)
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