Gefährliche Einträge

Die elektronische Patientenakte (ePA) hat es in sich: Sie ist nicht nur aus Datenschutzgründen problematisch, auch der Inhalt kann Patienten in die Bredouille bringen. So mehren sich die Fälle, in denen falsche oder übertriebene Diagnosen in der Akte stehen – vor allem, wenn es um psychische Erkrankungen geht [1]. Hintergrund dafür könnten neben Fehlern auch finanzielle Anreize sein, die von vereinzelten schwarzen Schafen ausgenutzt werden. Denn Ärzte erhalten für bestimmte Diagnosen höhere Pauschalen von den Krankenkassen. Für die Patienten ist das nicht marginal. Sobald eine falsche Diagnose in die elektronische Patientenakte aufgenommen wurde, kann sie an andere Institutionen und Datenbanken weitergeleitet werden und ist nur noch schwer zu korrigieren. Dies hat nicht nur medizinische Auswirkungen, sondern kann im Zweifelsfall auch direkte Folgen für den Abschluß von Lebensoder Berufsunfähigkeitsversicherungen haben, bei denen Vorerkrankungen eine wichtige Rolle spielen.

[1] https://www.aerzteblatt.de/news/elektronische-patientenakten-kann-falsche-oderubertriebene-diagnosen-enthalten-c6875af8-fe5a-40ae-8746-39e226d70d6b