Dabei wird uns der Reflex, sich bei Unwohlsein oder dem diffusen Gefühl von schlechter Laune an einen Bildschirm zu setzen, nicht in die Wiege gelegt. Früher ging der Mensch an die frische Luft und in den Wald. Nicht, weil der Wald jedes Leiden heilt, sondern weil der Körper dabei wieder lernt, sich selbst zu spüren, anstatt auf die Antwort eines Algorithmus zu warten [4].
Die angeblich für unsere Gesundheit so nützlichen digitalen Medizinprodukte füttern unser Belohnungszentrum genau auf die Weise, die innere Unruhe und Abhängigkeit begünstigt. Und statt einer persönlichen Beziehung und dem nicht unwichtigen Blickkontakt zwischen Patient und Behandler [5] soll eine künstlich geschaffene Nähe die Lösung aller Probleme sein. Aus finanzieller Sicht mag das stimmen, ob das auch für das Wohl der Patienten gilt, ist mehr als fraglich. Wir brauchen keine digitalen „Gesundheitsanwendungen“ mit Suchtpotential auf Rezept. Was wir brauchen, sind menschliche Begegnungen, ehrliche Zuwendung und die Rückkehr zu unseren natürlichen Regelkreisen.
Viel Freude bei der Lektüre der aktuellen Ausgabe und einen schönen Spätsommer
Ihr Dr. Georgios Pandalis
