Interessant ist, daß Schmerzen nicht immer an den Stellen auftreten, an denen ihre Ursache liegt. Zu den bekanntesten Beispielen gehört der Herzinfarkt, der sich durch Schmerzen in der Brust, aber auch im linken Arm oder im Kiefer ankündigen kann. Der Grund liegt darin, daß innere Organe wie das Herz mit bestimmten Arealen der Haut oder der Muskeln verbunden sind. Das Rückenmark ist in Segmente unterteilt und jedes dieser Segmente versorgt bestimmte Körperregionen – sowohl die Haut (über Hautnerven) als auch innere Organe (über viszerale Nerven). Dermatome sind Hautareale, die von bestimmten Rückenmarkssegmenten versorgt werden. Schmerzen innerer Organe werden über viszerale Nervenfasern ins Rückenmark geleitet, wo sie im selben Segment ankommen, wie Hautreize. Da das Gehirn den „Verursacher“ nicht richtig zuordnen kann, zeigt sich der Schmerz deshalb an einer anderen Stelle des Körpers („übertragener Schmerz“) [6]. Entdeckt wurde der Zusammenhang zwischen inneren Organen und bestimmten Hautarealen Ende des 19. Jahrhunderts vom englischen Neurologen Henry Head. Darauf aufbauend identifizierte der schottische Kardiologe James Mackenzie zu Beginn des 20. Jahrhunderts ähnliche Projektionsfelder innerer Organe auf die Muskulatur. In diesen muskulären Arealen können bei Reizung oder Erkrankung des entsprechenden Organs ebenfalls Schmerzen oder Überempfindlichkeiten auftreten. Hier wird der Reiz nicht wie bei den Hautarealen über den viszerokutanen Reiz übertragen, sondern über den viszeromotorischen. Das innervierte Muskelareal heißt Myotom.
Eine Übersicht der Head’schen Zonen (s. Abb. Seite 4) zeigt, daß beispielsweise die rechte Schulter, der rechte Oberbauch und der rechte obere Rückenbereich mit Leber und Gallenblase verbunden sind. Schmerzen oder Hautveränderungen in diesen Körperregionen können deshalb auch eine Entzündung der Gallenblase oder eine Störung der Leber als Ursache haben. Der Nacken und die seitlichen Bereiche des Halses haben reflektorische Verbindungen zur Schilddrüse, zum Kehlkopf und zu den oberen Atemwegen. Druckschmerz oder Spannung in diesem Bereich können damit also auch ein Hinweis auf eine Schilddrüsenüberfunktion oder auf Atemwegsinfekte sein. Schmerzen vor allem im mittleren und unteren Bereich der Brustwirbel sind auch ein Indikator für Beschwerden am Dünndarm oder der Bauchspeicheldrüse. Zu den von Mackenzie identifizierten Projektionsfeldern gehört beispielsweise die Schultermuskulatur. Ist diese verspannt, könnte dahinter auch ein Problem an der Gallenblase liegen. So kann etwa ein Gallenstau mechanische Probleme verursachen, die auch die Wirbelsäule und die Muskulatur beeinflussen [6, 7].
Die Tatsache, daß sich Spannungsoder Reizzustände innerer Organe an ganz anderen Stellen unseres Körpers zeigen können, läßt sich natürlich auch in umgekehrter Richtung nutzen: Schmerzt ein inneres Organ, dann können wir auch von außen Einfluß auf die Schmerzsituation nehmen, indem wir die korrespondierenden Haut- oder Muskelareale durch Druck, Massagen, Wärme oder Kälte mitbehandeln. Auf welche Weise wir den Reflexmechanismus zwischen inneren Organen und Haut beziehungsweise Muskulatur für die Schmerzlinderung nutzen, hängt vom Beschwerdebild ab. Bei chronischen, tiefsitzenden Schmerzen oder Verspannungen ist meist eine Wärmebehandlung sinnvoll, weil sie die Durchblutung fördert und die Muskulatur entspannt. Bekannt für einen stark wärmenden Effekt ist Johanniskrautöl. Das gleiche gilt für Rosmarinöl, das in verschiedenen Studien eine signifikant schmerzlindernde Wirkung gezeigt hat – sowohl bei chronischen als auch bei akuten Schmerzen [8]. Rosmarinöl ist sowohl Bestandteil des Lefteria® Bio Balsams als auch der Teuto® Wärme Auflage* – dort in Kombination mit braunem Senf und Bockshornkleesamen. Tip bei Nackenschmerzen: Den Balsam dünn auf die schmerzende Stelle auftragen und danach noch ein paar Minuten Druck auf die Stelle ausüben. Schmerzen, die durch akute Verletzungen, Entzündungen oder Traumata entstehen, lassen sich dagegen am besten mit Kälte behandeln. Der Grund: Kälte, etwa durch Eisbäder, verringert die Leitgeschwindigkeit der Nerven, verengt die Gefäße und trägt so zur Schmerzlinderung bei. Zusätzlich regt Kälte die Ausschüttung von natürlichen Schmerzmitteln des Körpers (Endorphinen) an. Für Anwendungen, die kühlend wirken sollen, ist beispielsweise Minzöl gut geeignet, das deshalb auch in der TeutoEine Übersicht der Head’schen Zonen (s. Abb. Seite 4) zeigt, daß beispielsweise die rechte Schulter, der rechte Urheimische Notizen Wir erforschen 4 / 2025 Seite 4 Schmerzen, die durch akute Verletzungen, Entzündungen oder Traumata entstehen, lassen sich dagegen am besten mit Kälte behandeln. Der Grund: Kälte, etwa durch Eisbäder, verringert die Leitgeschwindigkeit der Nerven, verengt die Gefäße und trägt so zur Schmerzlinderung bei. Zusätzlich regt Kälte die Ausschüttung von natürlichen Schmerzmitteln des Körpers (Endorphinen) an. Für Anwendungen, die kühlend wirken sollen, ist beispielsweise Minzöl gut geeignet, das deshalb auch in der Teuto ® Sog Auflage* enthalten ist.
® Sog Auflage* enthalten ist.
[1] https://de.statista.com/outlook/hmo/ otc-pharma/schmerzmittel/deutschland
[2] https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/ nsar-beliebte-schmerzmittel-medikamentemit- nebenwirkungen,schmerzmittel100.html
[3] Diener HC, et al. Medication-overuse headache: risk factors, pathophysiology and management. Nat Rev Neurol. 2016 Oct;12(10):575-83. doi: 10.1038/nrneurol. 2016.124. Epub 2016 Sep 12. PMID: 27615418.
[4] Mazza S, et al. A comprehensive literature review of chronic pain and memory. Prog Neuropsychopharmacol Biol Psychiatry. 2018 Dec 20;87(Pt B):183-192. doi: 10.1016/j. pnpbp.2017.08.006. Epub 2017 Aug 8. PMID: 28797640
[5] Thews, Mutschler, Vaupel: Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, 5. Auflage, Kapitel 19.5, S. 605ff, 640ff.
[6] https://link.springer.com/article/10.1007/s00115-023-01556-7
[7] Hufschmidt, A.; Lücking, C.H.: Neurologie compact: Für Klinik und Praxis; 2009
[8] Qu Y et al. Selective inhibition of TRPV3 channel by natural rosmarinic acid and its analogs for alleviation of skin lesions through downregulation of NF-κB pathway. J Biol Chem. 2025 Jun;301(6):110267. doi: 10.1016
[9] Schmidt, J., Reinold, J., Rohn, H. et al. Placebo effects improve sickness symptoms and drug efficacy during systemic inflammation: a randomized controlled trial in human experimental endotoxemia. BMC Med 23, 455 (2025). https://doi.org/10.1186/s12916-025-04292-8
[10] https://www.schmerzgesellschaft. de/patienteninformationen/entwicklung-der-schmerzmedizin/kulturgeschichte-des-schmerzes
