Vielsagende Signale

Wenn ein inneres Organ erkrankt ist, reagiert der Körper oft mit Schmerzen an anderen Stellen, etwa in bestimmten Hautarealen (Dermatomen) oder Muskeln (Myotomen). Eine Behandlung von außen kann somit auch Einfluß auf innere Organe nehmen – und Schmerzen aus der Ferne lindern.

Ein Griff in den Medikamentenschrank und das Problem ist gelöst – wenn Rücken, Kopf oder andere Stellen am Körper schmerzen, greifen viele oft bedenkenlos zu Schmerztabletten oder anderen Wohltaten der pharmazeutischen Industrie. Ein einträgliches Geschäft, das weiteres Wachstum verspricht. 740 Millionen Euro Umsatz werden derzeit in Deutschland pro Jahr mit Schmerzmitteln erzielt; bis 2030 sollen es über 900 Millionen Euro sein [1].

Die Helfer gegen den Schmerz haben es allerdings in sich. Daß es – vor allem bei dauerhafter Einnahme – zu Problemen im Magen-Darm-Trakt kommen kann, hat sich bereits herumgesprochen. Inzwischen ist es bei Ärzten gängige Praxis, zusammen mit einem Schmerzmittel gleich auch ein Präparat zur Schonung des Magens zu verschreiben. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, die bei einer dauerhaften Einnahme Gefahr laufen, schwerwiegende Nebenwirkungen wie Nierenschäden, Herzprobleme oder Störungen des zentralen Nervensystems zu erleiden [2]. Auch Kopfschmerzen gehören zu den negativen Begleiterscheinungen von Schmerzmitteln. Der Grund: Schmerzstillende Präparate können die Schmerzverarbeitung im Gehirn stören und damit eine Überreaktion des Nervensystems auslösen, die zu Kopfschmerzen führen kann [3].

Anstatt also Schmerzen ohne zu zögern mit synthetischen Präparaten zu kurieren und sich dafür womöglich Beschwerden an anderer Stelle einzuhandeln, ist sorgfältiges Abwägen und die Suche nach natürlichen Alternativen der bessere Weg. Denn wenn der Körper mit Schmerzen reagiert, hat das natürlich seinen Sinn. Schmerz zählt zu den wichtigsten Schutz- und Warnsystemen unseres Organismus und signalisiert: „Hier ist ein Problem“ oder „Achtung, Gefahr“. Ein prägnantes Beispiel ist die heiße Herdplatte: Noch bevor unser Gehirn die Gefahr vollständig verarbeitet hat und mit Schmerzen reagiert, haben wir die Hand schon zurückgezogen, da bereits ein schneller Schutzreflex über das Rückenmark abläuft. Ein akuter Schmerz, der gut lokalisierbar ist und verschwindet, wenn die Ursache wegfällt und das Gewebe verheilt.