Langes Ausatmen macht risikofreudig

Was Yogis und Mönche seit Jahrtausenden praktizieren, wird jetzt von Ernährungsforschern bestätigt: Der Atem steuert unser Denken. Wer normal einatmet (zwei Sekunden), das Ausatmen aber in die Länge zieht (acht Sekunden), trifft deutlich risikofreudigere Entscheidungen als bei normalem Atemrhythmus. Das zeigt eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) [1]. Der Grund: Das verlängerte Ausatmen aktiviert den präfrontalen Cortex, läßt Belohnungen attraktiver erscheinen und beruhigt das Nervensystem. Besonders wertvoll ist diese Erkenntnis für Menschen mit Angststörungen oder Depressionen, die positive Reize oft unterbewerten, wodurch Ängste und andere negative Gefühle die Oberhand gewinnen. Die Forscher werten die Studienergebnisse als wissenschaftlichen Beweis, daß Atemtechniken eine „verläßliche“ und „gezielte“ Methode sind, um unsere Entscheidungen zu steuern.

[1] Huang W, et al. Slow breathing impacts inter-organ dynamics modulating brain function and
risk behavior. Neuron. 2026 May 28;114:1-10. doi:10.1016/j.neuron.2026.04.044.